Das Ende der Balzökonomie: Vom stummen Streik der Sisyphus-Männer

Das Ende der Balzökonomie: Vom stummen Streik der Sisyphus-Männer

Dr. Christoph von Gamm, 28. September 2026

Ein gut gehütetes Geheimnis der modernen Makroökonomie lautet: Der wahre Motor des globalen Wachstums ist möglicherweise weder der technologische Fortschritt noch der protestantische Arbeitsethos. Es ist der Mann, der eine Frau beeindrucken möchte.

Ohne diesen uralten zivilisatorischen Antrieb gäbe es vermutlich deutlich weniger deutsche Limousinen mit 500 PS, Schweizer Uhren, italienische Maßanzüge und Vorstadthäuser mit Doppelgarage. Niemand braucht einen Achtzylinder, um zu Aldi zu fahren. Niemand benötigt 240 Quadratmeter Wohnfläche, um abends allein Spaghetti zu kochen. Und die Rolex zeigt die Zeit nicht besser an als das Telefon, das ohnehin in der Hosentasche steckt.

Der Statuskonsum des Mannes war deshalb immer auch Balzökonomie.

Der Mann arbeitete, stieg auf, kaufte, baute, renovierte, investierte und legte sich gelegentlich sogar einen englischen Rasen zu. Natürlich erzählte er sich dabei, er tue dies alles ausschließlich aus intrinsischer Motivation.

Das ist eine hübsche Geschichte.

Dann kamen die Dating-Apps.

Sie verwandelten die romantische Anbahnung in einen Markt von geradezu brutaler Transparenz. Angebot und Nachfrage, Auswahl und Ablehnung, alles wurde quantifizierbar. Der Durchschnittsmann stellte beim abendlichen Wischen auf dem Sofa rasch fest, dass er in dieser digitalen Fleischbeschau eine denkbar lausige Rendite auf sein emotionales Investment erzielte.

Das endlose Wischen nach rechts wurde zur Sisyphusarbeit, der Algorithmus zum unbestechlichen Marktgericht.

Und das Interessante ist: Inzwischen scheint selbst der Algorithmus ein Problem zu haben.

Bei Match Group, dem Mutterkonzern von Tinder, sank die Zahl der zahlenden Nutzer 2025 um fünf Prozent auf 14,2 Millionen. Im zweiten Quartal 2026 waren es nochmals sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor, nur noch 13,3 Millionen. Selbst Tinder verzeichnete noch vier Prozent weniger täglich aktive Nutzer als im Vorjahresquartal.

Die Maschine, die den Partnermarkt effizienter machen sollte, verliert Kundschaft.

Vielleicht ist das kein Zufall. Eine Bitkom-Erhebung unter deutschen Internetnutzern ergab zwar, dass 51 Prozent bereits Online-Dating ausprobiert haben. Unter diesen Nutzern sagen 59 Prozent, ihnen falle das Flirten online leichter.

Aber ebenfalls 59 Prozent sagen etwas viel Interessanteres:

Online-Dating habe es schwieriger gemacht, Menschen im wirklichen Leben kennenzulernen.

Das ist eine bemerkenswerte Bilanz für eine Technologie, deren Geschäftsmodell eigentlich darin besteht, Menschen zusammenzubringen.

Und irgendwann geschah etwas, das weder Tinder noch BMW noch die Wirtschaftsweisen vorgesehen hatten:

Sisyphus setzte sich neben seinen Stein.

Er rollte ihn einfach nicht mehr hoch.

Das Kloster mit Hantelbank

Die erste große Fluchtbewegung führte in die Neonbeleuchtung der Fitnessstudios. Wenn schon der gesellschaftliche Status auf dem digitalen Heiratsmarkt nicht verfängt, so dachte der Mann in archaischem Trotz, dann vielleicht der optimierte Bizeps.

Doch zwischen Kabelzug und Freihantelbereich passierte etwas Unerwartetes. Das Studio wurde zum Kloster der Moderne.

Man stemmte das Eisen irgendwann nicht mehr für die Frauen, sondern für sich selbst. Für den eigenen Dopaminspiegel. Für die Zahl auf der Hantel. Für das anerkennende Nicken jenes schweigsamen Mannes am Kniebeugenständer, dessen Nachnamen man seit vier Jahren nicht kennt.

Die Hantelbank ersetzte den Tresen. Der Protein-Shake den Champagner. Die Balz wurde durch Askese ersetzt.

Das Gym war nicht mehr Mittel zum Zweck.

Es war der Zweck.

Und damit beginnt das eigentliche ökonomische Problem.

Denn wer den Mönchsmodus erst einmal entdeckt hat, stellt plötzlich ausgesprochen unangenehme Fragen.

Warum eigentlich 60 Stunden arbeiten?

Warum Abteilungsleiter werden?

Warum jeden Montag um 7.10 Uhr im ICE nach Frankfurt sitzen, um sich dort von Menschen mit PowerPoint-Folien erklären zu lassen, wie wichtig die Work-Life-Balance ist?

Warum den nächsten Karriereschritt machen, wenn der gegenwärtige Lebensstandard längst ausreicht?

Warum einen Cayenne finanzieren?

Warum ein Haus mit fünf Schlafzimmern bauen?

Warum samstags vier Stunden lang den Garten herrichten?

Für Dorothee?

No way.

Der Mann verschwindet nicht. Der Familienvater schon eher.

Nun könnte man das alles als die übliche kulturpessimistische Klage eines alternden Westens abtun.

Leider beginnen die Zahlen, unangenehm gut zur Geschichte zu passen.

2024 wurden in Deutschland noch rund 349.200 Ehen geschlossen. Es waren so wenige wie in keinem Jahr seit 1950. Vor dreißig Jahren waren noch rund 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung verheiratet. Inzwischen ist es ungefähr die Hälfte.

Auch der Zeitpunkt verschiebt sich. Männer heiraten heute erstmals mit durchschnittlich gut 35 Jahren, Frauen mit knapp 33. Anfang der siebziger Jahre war der durchschnittliche Mann bei seiner ersten Hochzeit ungefähr 25.

Zehn zusätzliche Jahre zwischen biologischer Geschlechtsreife und bürgerlicher Doppelhaushälfte sind ökonomisch eine ziemlich lange Zeit.

Noch bemerkenswerter ist die Entwicklung der Haushalte.

In Deutschland leben inzwischen rund 17,3 Millionen Menschen allein. Das entspricht gut einem Fünftel der Bevölkerung. 2005 waren es erst 14,2 Millionen.

Bei den 25- bis 34-Jährigen lebt mittlerweile sogar fast jeder Dritte allein: 28,7 Prozent.

In Großstädten besteht ohnehin bereits gut jeder vierte Haushalt aus einem Menschen.

Das ist für die Volkswirtschaft keineswegs dasselbe wie die klassische Kleinfamilie.

Der alleinstehende Mann braucht ein Schlafzimmer.

Die Familie braucht drei.

Der alleinstehende Mann braucht einen Kühlschrank.

Die Familie braucht Küche, Kinderzimmer, Waschmaschine, Trockner, Lastenrad, Kombi, Schreibtische, Schränke und irgendwann eine Kiste voller Playmobil, auf die nachts zuverlässig jemand tritt.

Familien sind fantastische Konjunkturprogramme.

Singles sind effizient.

Das Problem mit der großen Wohnung

Besonders interessant wird es, wenn man die Bevölkerung nach Lebensformen betrachtet.

1996 lebten noch 57 Prozent der Menschen in Deutschland in einer Familie. 2025 waren es nur noch 49 Prozent. Der Anteil der Alleinstehenden stieg im selben Zeitraum von 17 auf 23 Prozent.

Noch auffälliger ist die Struktur nach Einwanderungsgeschichte: Rund 60 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte leben in Familien. Bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte sind es nur etwa 43 Prozent.

Das ist keine Wertung. Es ist zunächst einmal Demografie.

Aber Demografie wird irgendwann Immobilienmarkt.

Als Vermieter größerer Wohnungen in München beobachte ich seit einiger Zeit etwas, das zu diesen Zahlen zumindest erstaunlich gut passt: Deutsche Interessenten für große Familienwohnungen scheinen rarer zu werden. Dafür sehe ich andere Haushaltskonstellationen, internationale Familien und eine Nachfrage, die sich zunehmend auseinanderentwickelt.

Das ist eine persönliche Beobachtung und keine Statistik.

Aber der Münchner Markt bewegt sich ebenfalls in eine interessante Richtung. 2025 wurde bereits fast ein Drittel der langfristig angebotenen Wohnungen möbliert angeboten. Besonders ausgeprägt ist dieses Segment bei kleinen Bestandswohnungen zwischen 20 und 40 Quadratmetern.

Vielleicht ist die 180-Quadratmeter-Wohnung mit vier Schlafzimmern also nicht einfach nur teuer.

Vielleicht wird auch die Lebensform seltener, für die wir sie einst gebaut haben.

Wo sind eigentlich die Männer?

Ein ähnliches Phänomen beobachte ich in einem vollkommen anderen Milieu.

Bei privat organisierten Tanzveranstaltungen in Münchner Adelskreisen herrscht inzwischen fast zuverlässig Frauenüberschuss.

Nun ist ein Tanzabend unter Adligen ungefähr das Gegenteil einer repräsentativen Stichprobe. Das Statistische Bundesamt wird hoffentlich auch künftig davon Abstand nehmen, seine Bevölkerungsfortschreibung beim Knotentanz vorzunehmen.

Aber gerade deshalb ist die Beobachtung interessant.

Denn demografisch müsste eigentlich das Gegenteil passieren.

Unter den 18- bis 29-Jährigen kamen Ende 2025 in Deutschland nur 912 Frauen auf 1.000 Männer. Auch bei den 30- bis 49-Jährigen herrscht noch leichter Männerüberschuss.

Es fehlen also nicht die Männer.

Sie sind bloß nicht unbedingt dort, wo früher Männer auf Partnersuche gingen.

Vielleicht sitzen sie zu Hause.

Vielleicht sind sie im Gym.

Vielleicht spielen sie Counter-Strike.

Vielleicht haben sie schlicht keine Lust, sich ein Jackett anzuziehen und Walzer zu tanzen.

Das wissen wir nicht.

Aber genau darin könnte ein Teil des Phänomens liegen: nicht in einem Mangel an Männern, sondern in deren selektivem Rückzug aus traditionellen Orten der Begegnung.

Der Tod der Disco

Auch hier liefert die Statistik zumindest Indizien.

2014 gab es in Bayern noch 382 Diskotheken und Tanzlokale.

Zehn Jahre später waren es nur noch 236.

Minus 38 Prozent.

Natürlich ist nicht jeder verschwundene Club ein Opfer des männlichen Mönchsmodus. Corona hat die Branche schwer getroffen. Mieten, Personal und Energie sind teuer geworden. Junge Menschen trinken teilweise anders und weniger, Freizeitgewohnheiten haben sich verändert.

Aber der klassische Nachtclub war eben auch Infrastruktur der Balzökonomie.

Man duschte. Man zog sich etwas Ordentliches an. Man fuhr in die Stadt. Man zahlte Eintritt. Man kaufte Getränke zu Preisen, die bei Tageslicht als sittenwidrig gegolten hätten. Man stand herum. Man tanzte schlecht. Man sprach fremde Menschen an.

Das alles war ausgesprochen ineffizient.

Aber wirtschaftlich wunderbar.

Taxi. Gastronomie. Mode. Parfum. Friseur. Club. Bar. Imbiss. Hotel.

Heute sitzt man auf dem Sofa und wischt.

Und anschließend stellt man fest, dass das Wischen auch keinen Spaß mehr macht.

Das könnte man technischen Fortschritt nennen.

Man könnte es allerdings auch als Rationalisierung der Balz mit anschließendem Nachfrageeinbruch betrachten.

Der Albtraum des Kapitalismus

Denn ein Mann, der niemanden beeindrucken muss, ist der absolute Albtraum des Kapitalismus.

Er ist überraschend billig im Unterhalt.

Geben Sie ihm eine vernünftige Wohnung, schnelles Internet, einen großen Fernseher, ein Fitnessstudio in Fahrradentfernung und einen treuen Hund, und ein erheblicher Teil der Konsumindustrie hat ein Problem.

Der Fernseher hält sieben Jahre. Die Jeans kostet 80 Euro. Das Sofa darf zehn Jahre alt sein, solange es bequem ist.

Der Hund interessiert sich nicht dafür, ob der Wagen 180 oder 530 PS hat.

Und beim Abendessen ist Carbonara für zwölf Euro objektiv genauso sättigend wie das Degustationsmenü für 190.

Plötzlich entdeckt der Mann die Grenznutzenlehre.

Das ist gefährlich.

Denn die moderne Konsumgesellschaft lebt nicht davon, dass Menschen kaufen, was sie brauchen. Sie lebt davon, dass Menschen Dinge erwerben, mit denen sie anderen Menschen etwas mitteilen möchten.

Erfolg.

Geschmack.

Potenz.

Zugehörigkeit.

Bonität.

Heiratsfähigkeit.

Wer aus diesem Kommunikationssystem aussteigt, wird ökonomisch schwer verwertbar.

Man kann einem Mann ein Auto verkaufen, weil er von A nach B kommen muss. Dann verkauft man ihm einen gebrauchten Toyota.

Um ihm einen Porsche zu verkaufen, braucht man eine Geschichte.

Und jahrzehntelang lautete ein wesentlicher Teil dieser Geschichte:

Schau, wer ich bin.

Was aber geschieht, wenn der Mann niemandem mehr etwas zeigen möchte?

Die Sache mit dem M3

Nun beobachte ich in München seit einiger Zeit noch etwas: AMG-Mercedes, BMW M3 und M5 scheinen mir immer seltener von jenen deutschen Männern gefahren zu werden, die früher die klassische Zielgruppe solcher Autos bildeten.

Das Problem dieser Beobachtung ist nur: Die Verkaufsstatistik weigert sich bislang hartnäckig, meine Theorie zu bestätigen.

Mercedes-AMG verkaufte 2025 weltweit rund 145.000 Fahrzeuge, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. BMW M setzte mehr als 213.000 Fahrzeuge ab und meldete sein vierzehntes Rekordjahr in Folge. Ausgerechnet M3 und M5 gehörten zu den Wachstumstreibern.

Die schnellen Autos verschwinden also keineswegs.

Interessanter wäre eine andere Statistik, die öffentlich kaum verfügbar ist:

Wer kauft sie heute?

In welchem Land? Privat oder geschäftlich? In welchem Alter? In welcher Lebenssituation?

Vielleicht hat sich gar nicht der Markt verkleinert, sondern seine Kundschaft verändert.

Bis diese Zahlen vorliegen, bleibt der M3 deshalb dort, wo er hingehört:

in der Abteilung persönliche Feldbeobachtung.

Heirat als Konjunkturprogramm

Beim Wohnen ist die Mechanik offensichtlicher.

Der klassische Familienvater braucht plötzlich vier Schlafzimmer, zwei Bäder, Wohnküche, Keller, Garage und Garten. Natürlich vom Feinsten, Dorothee will dies, Carla will das, ihre Freundinnen sagen dieses und jenes, bitte in Millenial Gray. Und Es braucht ein Farbkonzept für den Garten! Jeden Monat werden noch mehr Schulden gemacht. Und irgendwann wird die Oma ausgepresst. “Für die Enkelkinder”. Ja klar. 

Der alleinlebende Mann braucht Schlafzimmer, Bad und Kühlschrank. Ein Freund von mir hat erstmal ein Jahr ohne Küche gelebt, bis er sich endlich eine zusammengeklaubt hat. In einer Genossenschaftswohnung. Jeden Monat blieb ein Tausender zum Sparen übrig. Er war glücklich.

Volkswirtschaftlich liegen Welten dazwischen.

Nicht einmal das reale Scheidungsrisiko ist dafür entscheidend. Es genügt, wenn Männer Partnerschaft, Ehe und Familiengründung zunehmend als Investitionen mit unsicherem Ausgang wahrnehmen.

Menschen reagieren schließlich nicht auf Statistiken.

Sie reagieren auf Erwartungen.

Und Erwartungen verändern Verhalten.

Wer nicht mehr selbstverständlich davon ausgeht, irgendwann Frau und zwei Kinder in einem Eigenheim unterzubringen, spart anders, arbeitet anders und konsumiert anders.

Vielleicht arbeitet er auch einfach weniger.

Dreißig Stunden tun es schließlich auch.

Wofür eigentlich Karriere?

Hier wird es ökonomisch besonders interessant.

2024 arbeiteten lediglich rund zwölf Prozent der erwerbstätigen Männer in Deutschland in Teilzeit. Unter Vätern minderjähriger Kinder waren es sogar nur acht Prozent. Gleichzeitig waren 92 Prozent dieser Väter erwerbstätig.

Familienväter hängen also weiterhin ausgesprochen stark im Erwerbssystem.

Natürlich beweist das nicht, dass Männer wegen ihrer Familie mehr arbeiten. Alter, Ausbildung, Einkommen und Selektion spielen hinein.

Aber es stellt eine interessante Frage:

Was geschieht mit dem Arbeitsangebot einer Gesellschaft, wenn immer weniger Männer jene Lebensform wählen, für die ein hohes Einkommen besonders nützlich ist?

Denn Menschen arbeiten nicht nur, um Geld zu besitzen.

Sie arbeiten, weil sie mit diesem Geld etwas vorhaben.

Haus bauen.

Familie ernähren.

Kinder absichern.

Status gewinnen.

Partner beeindrucken.

Eine gesellschaftliche Rolle erfüllen.

Entfallen diese Ziele, kann der Grenznutzen des zusätzlichen Einkommens erstaunlich schnell sinken.

Der zusätzliche Tausender netto ist dann nicht mehr die Rate fürs Haus.

Er ist einfach noch ein Tausender auf dem Depot.

Schön.

Aber dafür jeden Freitag bis 20 Uhr im Büro?

Nein danke.

Der stumme Streik

Vielleicht vollzieht sich deshalb gerade etwas, dessen Tragweite wir unterschätzen.

Kein Aufstand.

Keine Revolution.

Keine Gewerkschaft.

Nicht einmal eine Demonstration.

Nur Millionen individueller Entscheidungen.

Keine Lust.

Kein Interesse.

Reicht mir.

Der stumme Streik der Sisyphus-Männer.

Sie verlangen nichts. Sie blockieren keine Straßen. Sie schreiben keine Manifeste. Sie wollen nicht einmal die Gesellschaft verändern.

Sie möchten einfach in Ruhe gelassen werden.

Und genau deshalb wäre dieses Phänomen politisch und ökonomisch so schwer zu bearbeiten. Gegen Forderungen kann Politik Maßnahmen beschließen. Gegen Protest kann man verhandeln. Gegen Unzufriedenheit kann man Programme auflegen.

Aber was bietet man jemandem an, der nichts mehr von einem will?

Die Wirtschaftsweisen mögen also weiter rätseln, weshalb Arbeitsvolumen und Produktivität nicht so wachsen wie gewünscht, warum bestimmte Statussymbole ihre einstige Magie verlieren und warum gut ausgebildete Männer gelegentlich erstaunlich wenig Interesse daran zeigen, die nächste Hierarchiestufe zu erklimmen.

Keine einzelne Zahl beweist die These von der sterbenden Balzökonomie.

Aber die Landschaft, in der sie spielt, ist real.

17,3 Millionen Menschen leben allein.

Fast 29 Prozent der 25- bis 34-Jährigen tun es.

Nur noch knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt in einer Familie.

Die Zahl der Eheschließungen ist auf den niedrigsten Stand seit 1950 gefallen.

Männer heiraten erstmals mit durchschnittlich 35 Jahren.

Bayern hat binnen zehn Jahren 38 Prozent seiner Diskotheken und Tanzlokale verloren.

Tinder verliert Nutzer.

Und selbst Menschen, die Online-Dating verwenden, sagen mehrheitlich, dass es dadurch schwieriger geworden sei, im wirklichen Leben jemanden kennenzulernen.

Vielleicht haben diese Dinge überhaupt nichts miteinander zu tun.

Vielleicht aber doch.

Vielleicht sitzt ein Teil der Antwort auf unsere Fragen nach Demografie, Konsum, Wohnungsnachfrage und Arbeitsmotivation Dienstagabend um halb neun auf einer Hantelbank, macht noch drei Sätze Schulterdrücken und fährt anschließend in einer zehn Jahre alten Karre nach Hause, die übrigens perfekt fährt. 

Dort wartet der Hund.

Und der findet ihn sowieso großartig.

Das ist menschlich betrachtet vielleicht gar kein schlechtes Leben.

Für das Bruttoinlandsprodukt allerdings ist es eine Katastrophe.

Und so könnten Makler, Gastronomen, Nachtclubbetreiber, Luxusgüterhersteller und – als Kollateralschaden ganz am Ende der Wertschöpfungskette – so mancher Scheidungsanwalt einer überraschend ruhigen Zukunft entgegenblicken.

Japan: Wo Sisyphus schon seit zwanzig Jahren sitzt

Wer das alles für eine besonders deutsche Spätfolge von Tinder, Homeoffice und 8,50-Euro-Hafermilch hält, sollte nach Japan schauen.

Dort scheint die Zukunft schon vor einigen Jahren angekommen zu sein.

Die Japaner haben für einen Teil des Phänomens sogar einen Begriff erfunden: sōshoku-kei danshi, die „herbivoren Männer“. Gemeint waren damit ursprünglich junge Männer, die wenig Interesse an der klassischen männlichen Jagd nach Frauen, Status und materiellem Erfolg zeigten.

Man kann darüber lachen.

Die Zahlen sind weniger lustig.

Zwischen 1992 und 2015 stieg der Anteil der 18- bis 39-jährigen japanischen Männer, die weder verheiratet noch in einer Beziehung waren, von rund 40 auf mehr als 50 Prozent. Mitte der 2010er Jahre war etwa jeder vierte Mann zwischen 18 und 39 nicht nur ohne Partnerin, sondern erklärte zugleich, an einer romantischen Beziehung überhaupt nicht interessiert zu sein.

In einer späteren Regierungsbefragung gaben rund 40 Prozent der unverheirateten Männer in ihren Zwanzigern an, noch nie ein Date gehabt zu haben.

Vier von zehn.

Nicht vier von zehn erfolglosen Tinder-Dates.

Überhaupt kein Date.

Und die Entwicklung ist damit keineswegs abgeschlossen. In der japanischen National Fertility Survey von 2025 hatte nicht einmal jeder fünfte unverheiratete Mann eine Freundin. Rund ein Drittel der Unverheirateten wollte überhaupt keine Partnerschaft. Selbst die früher fast selbstverständliche Vorstellung, irgendwann zu heiraten, verliert an Kraft.

Besonders interessant wird Japan allerdings dort, wo Liebe und Ökonomie aufeinandertreffen.

Unter verheirateten japanischen Männern hatten in einer großen Untersuchung 85,8 Prozent eine reguläre Beschäftigung. Bei Singles, die sich eine Beziehung wünschten, waren es nur 53,2 Prozent. Bei Singles ohne Interesse an einer Beziehung gerade einmal 42,6 Prozent.

Beim Einkommen wird die Schere noch brutaler.

Fast ein Drittel der verheirateten Männer verdiente mindestens fünf Millionen Yen im Jahr. Unter den Singles ohne Beziehungsinteresse waren es nicht einmal vier Prozent.

Was ist hier Ursache und was Wirkung?

Verdient der Mann weniger, weil er niemanden mehr beeindrucken und keine Familie ernähren muss?

Oder bekommt er keine Partnerin, weil er wenig verdient, zieht daraus seine Konsequenzen und erklärt das Spiel irgendwann für beendet?

Wahrscheinlich wirkt beides aufeinander.

Und genau darin liegt die eigentliche Sprengkraft.

Denn irgendwann kann aus einem unfreiwilligen Ausscheiden eine freiwillige Lebensform werden.

Wer zehn Jahre ohne Frau, Kinder und Eigenheim gelebt hat, stellt möglicherweise fest, dass das Leben trotzdem weitergeht. Die Wohnung ist kleiner. Das Auto älter. Die Karriere weniger wichtig. Dafür ist der Samstag frei.

Der ursprünglich enttäuschte Teilnehmer wird zum zufriedenen Nichtteilnehmer.

Und damit verändert sich auch seine ökonomische Funktion.

Japan wäre dann nicht der exotische Sonderfall am anderen Ende der Welt.

Japan wäre der Vorfilm.

Und während wir in Deutschland noch darüber diskutieren, warum immer weniger Menschen heiraten, immer mehr allein leben, Diskotheken verschwinden und der große Familienhaushalt seltener wird, sitzt der japanische Sisyphus schon seit zwanzig Jahren neben seinem Stein.

Offenbar hat er inzwischen WLAN.

Atlas zuckt mit den Schultern

Spätestens an dieser Stelle erinnert die Geschichte verdächtig an Ayn Rand.

In ihrem Roman Atlas Shrugged verschwinden nach und nach diejenigen, die den Laden am Laufen halten. Unternehmer, Ingenieure, Erfinder, Industrielle. Sie kommen zu dem Schluss, dass eine Gesellschaft ihre Produktivität als selbstverständlich betrachtet, immer größere Ansprüche an ihre Leistung stellt und ihnen zugleich moralisch erklärt, sie hätten gefälligst noch mehr zu geben.

Also gehen sie.

John Galt zieht den Stecker.

Nun muss man weder Ayn Rands Philosophie teilen noch 1.200 Seiten amerikanischen Individualismus lesen, um die Pointe zu verstehen.

Was passiert, wenn Atlas keine Lust mehr hat, die Welt zu tragen?

Der moderne Sisyphus-Mann ist allerdings eine wesentlich unspektakulärere Version von John Galt.

Er gründet keine Bewegung.

Er schreibt kein Manifest.

Er zieht nicht mit anderen Leistungsträgern in ein geheimes Tal in Colorado.

Er hält auch keine sechzigseitige Radioansprache.

Er rechnet nur.

Und kommt irgendwann zu einem Ergebnis, das für eine Gesellschaft möglicherweise viel gefährlicher ist als jede Revolution:

Mehr lohnt sich für mich nicht.

Warum soll er Bereichsleiter werden, wenn ihm sein gegenwärtiges Gehalt reicht?

Warum soll er 60 Stunden arbeiten, wenn er weder drei Kinder noch ein Haus noch einen Cayenne finanzieren möchte?

Warum soll er sich mit 52 noch den nächsten Vorstandsposten erkämpfen, wenn ihm niemand mehr imponieren muss?

Warum soll er ein Vermögen anhäufen, das niemand erben wird?

Und vor allem: Vielleicht stellt er irgendwann fest, dass sich Vermögen allein sogar erstaunlich einfach aufbauen lässt.

Keine 180 Quadratmeter. Keine neue Küche, weil die alte farblich nicht mehr zum Konzept passt. Kein Zweitwagen. Kein Familienurlaub für vier. Kein Kinderzimmer, das nach sieben Jahren Jugendzimmer und fünf Jahre später Gästezimmer wird. Keine Diskussion darüber, ob der Garten nun mediterran, naturnah oder doch bitte „mit einem richtigen Farbkonzept“ gestaltet werden soll.

Und natürlich auch kein wirtschaftliches Risiko einer späteren Trennung mit zwei Haushalten, Unterhalt und Vermögensauseinandersetzung.

Plötzlich bleiben jeden Monat 300, 500 oder 1.000 Euro übrig.

Und jetzt wird es für die Balzökonomie richtig unangenehm.

Denn der Mann entdeckt den Zinseszins.

Schon 300 Euro monatlich sind 3.600 Euro im Jahr. Über Jahrzehnte sauber angelegt, wird daraus ein Vermögen. Wer 1.000 Euro monatlich zurücklegen kann, erreicht je nach Ausgangslage und Rendite irgendwann einen Punkt, an dem nicht mehr die nächste Gehaltserhöhung, sondern die eigene Zeit zum knappen Gut wird.

Dann dreht sich die Rechnung um.

Bislang lautete sie:

Mehr arbeiten, um mehr konsumieren zu können.

Nun lautet sie:

Weniger konsumieren, um weniger arbeiten zu müssen.

Das ist für den Einzelnen möglicherweise eine brillante Strategie.

Für eine Volkswirtschaft, die gleichzeitig mehr Konsum, mehr Steuereinnahmen, mehr Sozialbeiträge und mehr Arbeitsstunden benötigt, ist sie verheerend.

Sisyphus hat dann nicht nur aufgehört, den Stein für Dorothee hochzurollen.

Er hat angefangen, sein Depot zu besparen.

Und irgendwann stellt er fest:

Arbeit ist optional geworden.

Warum soll er überhaupt den Stein noch schneller den Berg hinaufrollen?

Und irgendwann entdeckt Sisyphus etwas, das ihm bislang niemand erklärt hatte:

Auf seinem Stein sitzen noch andere.

Der Arbeitgeber möchte Wachstum.

Die Rentenversicherung möchte Beiträge.

Der Finanzminister möchte Steuern.

Die Krankenkasse möchte Beiträge.

Die Immobilienwirtschaft möchte Käufer.

Die Automobilindustrie möchte Kunden.

Die Gastronomie möchte Gäste.

Der Staat möchte im Zweifel Loyalität, Dienst und Opferbereitschaft.

Und alle ihre Modelle beruhen auf einer stillschweigenden Annahme:

Dass Sisyphus morgen früh wieder aufsteht.

Dass er Karriere machen will.

Dass er mehr verdienen will.

Dass er mehr konsumieren will.

Dass er eine Familie gründen will.

Dass er ein Haus kaufen will.

Dass er Verantwortung übernehmen will.

Dass er den Stein weiterschiebt.

Aber was geschieht, wenn er morgens aufwacht, sich den Stein ansieht und feststellt:

Eigentlich brauche ich das alles gar nicht?

Genau darin unterscheidet sich der moderne Sisyphus von Ayn Rands John Galt.

Galt streikt.

Sisyphus optimiert.

Galt möchte ein System besiegen.

Sisyphus möchte am Mittwoch ins Gym.

Galt verweigert seine Leistung aus philosophischer Überzeugung.

Sisyphus hat lediglich festgestellt, dass 30 Stunden Arbeit für sein gewünschtes Leben vollkommen ausreichen.

Und vielleicht ist gerade diese Gleichgültigkeit viel schwerer zu bekämpfen als ein Streik.

Mit einem Streikenden kann man verhandeln.

Man kann mehr Geld anbieten.

Man kann Arbeitsbedingungen verbessern.

Man kann Steuern senken.

Man kann Forderungen erfüllen.

Aber was bietet man jemandem an, der gar nichts fordert?

Der keinen Porsche möchte.

Keinen Vorstandsposten.

Keine Doppelhaushälfte.

Keine gesellschaftliche Anerkennung.

Nicht einmal Dorothee.

Ayn Rand stellte 1957 die Frage:

Was geschieht, wenn die Leistungsträger streiken?

Die unangenehmere Frage des 21. Jahrhunderts könnte lauten:

Was geschieht, wenn sie einfach das Interesse verlieren?

Atlas wirft die Welt dann vielleicht gar nicht dramatisch von seinen Schultern.

Er zuckt nur mit ihnen.

Und geht ins Gym.

 

Rutscht mir den Buckel runter

Und hier endet die Balzökonomie und beginnt ein Problem, das erheblich größer ist als Tinder, Diskotheken und der Absatz von Sportwagen.

Denn derselbe Mann, der beschlossen hat, dass er weder Dorothee noch die Doppelhaushälfte braucht, stellt irgendwann eine weitere Frage:

Wofür eigentlich das alles?

Deutschland steht vor einer demografischen Rechnung, die ziemlich wenig Raum für Romantik lässt. Bis 2039 werden rund 13,4 Millionen der heutigen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter überschritten haben. Das entspricht knapp einem Drittel der gegenwärtigen Erwerbspersonen.

2035 wird bereits jeder vierte Einwohner Deutschlands mindestens 67 Jahre alt sein.

Auf 100 Menschen im Erwerbsalter kommen heute ungefähr 33 Menschen im Rentenalter. Dieses Verhältnis wird sich weiter verschieben.

Das traditionelle Modell setzt deshalb stillschweigend voraus, dass die nachrückenden Generationen ziemlich viel tun.

Arbeiten.

Beiträge zahlen.

Steuern zahlen.

Produktivität steigern.

Kinder bekommen.

Diese Kinder großziehen.

Und möglichst nebenbei noch genügend konsumieren, damit die Wirtschaft wächst.

Das Problem beginnt, wenn ein wachsender Teil der nachfolgenden Generationen die Rechnung betrachtet und sagt:

Nein.

Nicht aus Protest.

Nicht aus Armut.

Nicht einmal aus Wut.

Einfach aus mangelndem Interesse.

Der kinderlose Mann in seiner abbezahlten Zweizimmerwohnung muss schließlich nicht 60 Stunden arbeiten. Er muss keine drei Kinder durchs Studium bringen. Er braucht kein Haus abzubezahlen und keine 2.400 Euro monatlich für eine Familie nach Hause zu tragen.

Vielleicht reichen ihm 30 Stunden.

Vielleicht 25.

Seine Playstation funktioniert auch am Mittwoch.

Sein Hund kennt keine Beitragsbemessungsgrenze.

Und plötzlich stellt sich für den Sozialstaat eine ausgesprochen unangenehme Frage: Wie bringt man jemanden dazu, mehr zu erwirtschaften, wenn er das zusätzliche Geld für sein eigenes Leben gar nicht benötigt?

Man kann seine Steuern erhöhen.

Dann arbeitet er möglicherweise noch weniger.

Man kann das Renteneintrittsalter erhöhen.

Dann fragt er vielleicht, weshalb er überhaupt bis 67 Vollzeit arbeiten sollte.

Man kann ihm erklären, dass die Solidargemeinschaft auf ihn angewiesen sei.

Dann schaut er sich an, wie viel von seinem zusätzlichen Brutto übrig bleibt, und entwickelt möglicherweise eine sehr eigene Vorstellung von Solidarität.

Der Sisyphus-Mann verweigert nämlich nicht die Arbeit.

Er verweigert die Mehrarbeit.

Und für ein umlagefinanziertes Sozialsystem einer alternden Gesellschaft könnte genau das zum Problem werden.

Noch heikler wird es beim Staat selbst.

Denn moderne Staaten erwarten von ihren Bürgern nicht nur Geld.

Im äußersten Fall erwarten sie Zeit, Loyalität und Leben.

Deutschland versucht gerade, seine Streitkräfte erheblich zu vergrößern. Bislang funktioniert die freiwillige Personalgewinnung sogar besser als noch vor einigen Jahren; die Zahl der Bewerbungen und Einstellungen ist zuletzt deutlich gestiegen.

Das sollte man zur Kenntnis nehmen.

Aber die langfristige Frage bleibt.

Was bindet einen Menschen eigentlich an eine Gesellschaft?

Familie.

Kinder.

Eigentum.

Nachbarschaft.

Beruf.

Freunde.

Das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.

Das Gefühl, dass etwas, das größer ist als man selbst, trotzdem auch das Eigene ist.

Der klassische Familienvater hat davon ziemlich viel.

Da steht ein Haus.

Da schlafen Kinder.

Da lebt eine Frau.

Da sind Eltern, Verein, Schule, Nachbarn.

Wenn jemand dieses Land bedroht, bedroht er sehr konkret etwas, das diesem Mann gehört und das er liebt.

Der Sisyphus-Mann sitzt dagegen in seiner Mietwohnung, arbeitet vier Tage die Woche, hat keine Kinder und verbringt den Winter notfalls drei Monate auf Teneriffa.

Nun kommt der Staat und sagt:

Wir brauchen dich.

Und er fragt:

Wofür?

Auf diese Frage muss eine Gesellschaft eine bessere Antwort haben als eine Werbekampagne.

Denn Loyalität lässt sich ebenso wenig verordnen wie Liebe.

Natürlich folgt daraus nicht, dass Singles keine Patrioten wären, Familienväter automatisch Soldaten oder kinderlose Männer unsolidarisch. Menschen kämpfen aus Überzeugung, Kameradschaft, Pflichtgefühl oder Verbundenheit; andere Familienväter würden niemals eine Waffe anfassen.

Aber die ökonomische Grundfrage bleibt dieselbe wie bei der Balz:

Welche Bindungen erzeugen Verpflichtungsbereitschaft?

Vielleicht besteht die eigentliche Krise westlicher Gesellschaften deshalb gar nicht darin, dass junge Männer rebellieren.

Vielleicht wäre Rebellion sogar einfacher.

Dann könnte man ihnen zuhören, Forderungen erfüllen, Kompromisse schließen.

Der viel schwierigere Mann ist derjenige, der überhaupt nichts fordert.

Er möchte keine Revolution.

Er möchte keine Macht.

Er möchte nicht Ihr Amt.

Er möchte nicht Ihren Mercedes.

Er möchte nicht Ihre Karriere.

Er möchte nicht einmal Ihre Anerkennung.

Er betrachtet lediglich das Angebot, das Gesellschaft, Wirtschaft und Staat ihm machen, und sagt:

Rutscht mir den Buckel runter.

Dann geht er ins Gym.

Und genau dieser Mann könnte für eine alternde Hochleistungs- und Transfergesellschaft sehr viel gefährlicher sein als jeder Demonstrant.

Nicht weil er sie zerstören will.

Sondern weil er aufgehört hat, sie auf seinen Schultern tragen zu wollen.

christophvongamm

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Dr. Christoph von Gamm ist ein Unternehmer, Investor und Business Angel, der sich an der Schnittstelle von Wirtschaft, Kultur und Technologie engagiert. Er ist CEO und Managing Partner von Cybertrue Capital Partners, einer Firma, die sich mit Investitionen und Deals beschäftigt. Zudem ist er CEO von vonGammCom Global, wo er Beratungs- und Executive-Search-Dienstleistungen im Bereich IT-Outsourcing, große Verträge, Vertriebsführung und umfassende Transformationen anbietet. Seine berufliche Laufbahn umfasst über 20 Jahre globale und pan-europäische Erfahrung, darunter Führungspositionen bei Capgemini Suisse S.A. (2008–2012) und IBM Corporation (1995–2008). Er hat sich als strategisch denkender Führungskraft mit Erfolg bei der Performanceverbesserung großer Organisationen, der Gründung neuer Funktionen und der Pionierarbeit bei globalen Outsourcing-Initiativen etabliert. Sein Schwerpunkt liegt auf der Wertsteigerung durch digitale Transformation und der Nutzung dieser Veränderungen für seine Kunden. Er verfügt über akademische Qualifikationen, darunter einen Doktortitel (Dr. phil.) in interkultureller Wirtschaftswissenschaft von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), einen Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.) in Elektrotechnik und Informationstechnik von der TU München sowie ein MBA von der Open University Business School, einen Master of Sales Management von der Portsmouth University, sowie Absolvent des Client Executive Programs der INSEAD Fontainebleau.
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