Die 10 größten Lügen der HR-Abteilung
Hier kommt die Fortsetzung meiner Lieblingsrubrik „Abteilungen, die Unternehmen von innen aushöhlen“ – heute: HR.
1. „Diesmal müssen wir mehr Gehalt an die Frauen geben, daher ist für Sie leider nichts drin.“
Übersetzung:
Niemand bekommt mehr. Aber moralisch klingt es besser, wenn man dabei noch jemanden instrumentalisiert.
2. „Wir haben leider einen konzernweiten Gehaltsstopp.“
Übersetzung:
Für normale Mitarbeiter. Führungskräfte heißen intern weiterhin Sondervermögen.
3. „Das Feedback war insgesamt positiv, aber…“
Übersetzung:
Es gab kein echtes Problem – wir brauchten nur einen Vorwand für Nullrunde.
4. „Die Entscheidung kam aus dem globalen Headquarter.“
Übersetzung:
Niemand hier will verantwortlich sein, also war’s „die Matrix“.
5. „Sie müssen auch die Gesamtpaket-Betrachtung sehen.“
Übersetzung:
Ihr Gehalt ist mies, aber wir haben dafür einen Obstkorb und einen LinkedIn-Learning-Account.
6. „Das hat nichts mit Ihrer Performance zu tun.“
Übersetzung:
Doch. Aber wir dürfen es nicht zugeben, sonst müssten wir erklären, warum High-Performer genauso behandelt werden wie Dauerabwesende.
7. „Wir arbeiten aktuell an einem neuen Vergütungsmodell.“
Übersetzung:
Wir schieben seit drei Jahren PowerPoint-Folien zwischen Hamburg, London und Bangalore hin und her.
8. „Ihre Rolle ist im Benchmark sehr gut positioniert.“
Übersetzung:
Wir haben Sie mit osteuropäischen Junior-Profilen verglichen, weil es besser zur Budgetlage passt.
9. „Im Moment gibt es leider keine Entwicklungsperspektive.“
Übersetzung:
Sie sind zu unbequem, zu unabhängig oder zu teuer für die nächste interne Beförderungsrunde.
10. „Wir wollen eine offene Feedback-Kultur.“
Übersetzung:
Sagen Sie bitte ehrlich, was Sie denken – damit wir wissen, wen wir nie wieder befördern.
HR ist keine Personalabteilung.
HR ist die Abteilung zur emotionslosen Verwaltung menschlicher Enttäuschung.
Sie nennen es People & Culture.
Früher nannte man es schlicht: Personalakte.
